Gene Hackman, einer der vielseitigsten Schauspieler seiner Generation, wurde am 30. Januar 1930 in San Bernardino, Kalifornien, geboren. Aufgewachsen in einer Familie, die von häufigen Umzügen geprägt war, erlebte Hackman bereits in jungen Jahren eine schwierige Kindheit. Als er 13 Jahre alt war, ließen sich seine Eltern, Eugene Esra Hackman und Anna Elizabeth, scheiden. Sein Vater verließ die Familie, und Hackman zog mit seiner Mutter und seinem Bruder Richard zu seiner Großmutter mütterlicherseits nach Danville, Illinois.
Schon im Alter von zehn Jahren hegte Hackman den Traum, Schauspieler zu werden. Mit 16 Jahren verließ er das Elternhaus und trat – nachdem er über sein Alter gelogen hatte – dem United States Marine Corps bei. Vier Jahre diente er als Funker und war in China, Hawaii und Japan stationiert. Nach seiner Entlassung im Jahr 1951 zog er nach New York City, um sich beruflich neu zu orientieren. Dort nahm er verschiedene Jobs an und begann ein Studium der Journalistik und Fernsehproduktion an der University of Illinois. Doch bald brach er das Studium ab, um nach Kalifornien zurückzukehren und eine Schauspielkarriere zu verfolgen.
Er schrieb sich an der renommierten Schauspielschule Pasadena Playhouse ein, wo er seinen späteren Freund und Kollegen Dustin Hoffman traf. Interessanterweise galten beide damals als die wenig vielversprechendsten Studenten – ein Aspekt, der Hackmans späteren Durchbruch nur umso bemerkenswerter macht. In den frühen 1960er Jahren zog Hackman erneut nach New York City, entschlossen, seine Schauspielkarriere voranzutreiben. Er teilte sich eine Wohnung mit Dustin Hoffman und Robert Duvall – ebenfalls aufstrebende Schauspieler. In dieser Zeit kämpften alle drei mit finanziellen Schwierigkeiten.
Hackmans erste bedeutende Rolle erhielt er 1964 im Film Lilith an der Seite von Warren Beatty. Dieser Auftritt führte zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Beatty im berühmten Film Bonnie und Clyde (1967), in dem Hackman den Buck Barrow spielte. Für diese Darstellung erhielt er seine erste Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller.
In den folgenden Jahren festigte Hackman seinen Ruf als vielseitiger Schauspieler, der in Filmen wie Downhill Racer (1969) und Marooned (1969) zu sehen war. Doch sein Durchbruch als Hauptdarsteller gelang ihm 1971 mit French Connection – Brennpunkt Brooklyn, in dem er den kompromisslosen Detective Jimmy Popeye Doyle verkörperte. Für diese Rolle wurde er mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet, was seinen Status als führender Schauspieler in Hollywood weiter festigte.
In den nächsten Jahrzehnten beeindruckte Hackman mit einer breiten Palette an Rollen. Er spielte den Bösewicht Lex Luthor in Superman (1978) und dessen Fortsetzungen, den desillusionierten Captain in Die Höllenfahrt der Poseidon (1972) und den komplexen Charakter des Harry Call in Der Dialog (1974), unter der Regie von Francis Ford Coppola. Hackmans Fähigkeit, sowohl Helden als auch Schurken mit Tiefe und Authentizität darzustellen, machte ihn zu einem der gefragtesten Schauspieler seiner Zeit.
1988 erhielt er eine weitere Oscar-Nominierung für seine Rolle in Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses, in dem er einen FBI-Agenten spielte, der Rassismus und Gewalt im Süden der USA aufdeckt. 1992 wurde Hackman erneut mit einem Oscar ausgezeichnet, diesmal als bester Nebendarsteller für seine Rolle des skrupellosen Sheriffs Little Daggett in Clint Eastwoods Western Erbarmungslos.
Abseits der Leinwand führte Hackman ein eher zurückgezogenes Leben. 1956 heiratete er die Schauspielerin Faye Maltese, mit der er drei Kinder hatte: Christopher, Elizabeth und Lesli. Nach 30 Jahren Ehe ließen sich die beiden 1986 scheiden. 1991 heiratete Hackman die klassische Pianistin Betsy Arakawa, und das Paar ließ sich in Santa Fe, New Mexico, nieder.
Nach seinem Rückzug aus der Schauspielerei im Jahr 2004 widmete sich Hackman dem Schreiben und veröffentlichte mehrere Romane, darunter Payback at Morning Peak (2011) und Pursuit (2013). Trotz seines Ruhestands blieb Hackman eine respektierte Figur in der Filmindustrie, und sein Werk beeinflusste weiterhin Generationen von Schauspielern und Filmemachern.
Am 26. Februar 2025 wurde Gene Hackman tot in seinem gemeinsamen Zuhause in Santa Fe aufgefunden. Auch seine Frau Betsy Arakawa wurde neben ihm tot aufgefunden, ebenso wie ihr Hund. Die örtlichen Behörden bestätigten, dass es keine Anzeichen für ein Verbrechen gab, und die genaue Todesursache wird noch untersucht. Hackman wurde 95 Jahre alt, seine Frau war 63 Jahre alt. Die Nachricht von seinem Tod löste weltweit Trauer aus, und zahlreiche Kollegen und Fans würdigten Hackmans Beitrag zur Filmkunst.
Sein Tod markiert das Ende einer Ära, doch sein Vermächtnis lebt weiter – durch seine beeindruckende Filmografie und die unvergesslichen Charaktere, die er in den Herzen der Zuschauer verankerte.