Alleinerziehender Fahrer küsst Milliardärserbin, um ihr Leben zu retten – dann kam alles anders

Der Ballsaal funkelte wie ein Juwel. Kristallüster warfen Licht über goldene Spiegel. Champagner glitzerte in hohen Gläsern und 200 Gäste in Designer taten so, als lege ihnen etwas an Wohltätigkeit. In Wahrheit war es ein Schaulaufen, Reichtum, Einfluss, Macht. Am Rande des Raumes stand Nikolas Berger, der Chauffeur.

Er hielt sich im Schatten, so wie er es gelernt hatte. Seine Augen glitten über die Menge, ruhig, wachsam, trainiert. Niemand bemerkte ihn. Niemand bemerkte je den Fahrer, doch Helena Kronberg bemerkte er. In ihrem weißen Seidenkleid wirkte sie wie aus einer anderen Welt. Sie lächelte elegant, reichte Hände, nickte höflich, Tochter des verstorbenen Firmengründers der Kronberg AG, nun alleinige Erbines Milliardenimperiums.

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Und dann sah er es. Ein Kellner bewegte sich falsch, zu steif, zu zielgerichtet. Seine Augen folgten einem Glas Champagner, ihrem Glas, noch bevor sie es überhaupt berührte. Das Tablett senkte sich. Das Glas erreichte ihre Hand. Sie lächelte, hob es an die Lippen. Nikolas Herz setzte aus. Keine Zeit zum Rufen, keine Zeit zum Erklären.

Er überquerte den Raum in vier Schritten, packte ihr Handgelenk und küsste sie. Hart, unerwartet, rettend. Ein Raunen ging durch den Saal, dann stille. Helena stieß ihn weg, die Augen vor Schock und Zorn weit. Ihr Arm hob sich zum Schlag, doch Nikolas schmeckte es bereits. Bitteres Metall, chemischer Brand, Gift. Er hatte ihr das Leben gerettet und würde dafür mit seinem bezahlen.

Er taumelte zurück, während sie wütend auf ihn einredete, die Menge tuschelte, Kameras blitzten, aber er hörte nichts mehr, nur das Hämmern seines Pulses und das Brennen in seinem Hals. Drei Jahre lang hatte er für Menschen gefahren, die ihn nie ansahen. Reiche, Politiker, Bänker, Menschen, die über Geld redeten, während er 3 m entfernt unsichtbar blieb. Das war ihm recht.

Unsichtbarkeit bedeutete Sicherheit und Sicherheit bedeutete Schutz für seine Tochter. Doch Helena Kronberg war anders. Sie sagte: “Guten Morgen.” Sie fragte nach dem Verkehr. Sie merkte, wenn er das Duftbäumchen austauschte. Kleinigkeiten, die ihn wieder daran erinnerten, dass er ein Mensch war, nicht nur ein Schatten mit einem Steuer.

Seit zwei Monaten arbeitete er für sie. seit ihr Vater plötzlich gestorben war, offiziell an einem Herzinfarkt. Doch Nikolas glaubte nicht an Zufälle. Er hatte gelernt, Muster zu erkennen. Und das hier war kein Zufall. Als Chauffeur verdiente er gerade genug, um die Arztrechnungen seiner Tochter zu bezahlen.

Fragen kosteten zu viel, also stellte er keine bis heute. Das Gift griff schnell an. Sein Hals zog sich zu, seine Lippen brannten, die Sicht verschwamm. Er spürte, wie die Muskeln versagt und doch er musste sie hier rausbringen. Der Schlag traf ihn hart. Ihre Stimme schnitt durch den Lärm. Sind Sie verrückt geworden? Er griff nach ihrem Arm zu fest. “Wir müssen raus!”, stieß er hervor, seine Zunge schwer wie Blei.

Etwas in seinem Blick ließ sie innehalten. Vielleicht war es der Schmerz, vielleicht der Ernst, aber sie folgte ihm. Die schweren Türen schlossen sich hinter ihnen. Draußen im Flur halten ihre Schritte zwischen den goldgerahmten Spiegeln wieder. Nikolas stützte sich an der Wand ab, kämpfte gegen den Schwindel.

“Sie haben 10 Sekunden”, sagte sie kalt. “Dann rufe ich die Polizei.” Er zwang die Worte heraus. “Ihr Champagner” war vergiftet. Sie starrte ihn an, als spräche er eine fremde Sprache. “Ich habe den Kellner gesehen”, keuchte er. Etwas stimmte nicht. Er sah auf ihr Glas, nicht auf sie. Sie lachte scharf. Und deshalb küssen sie mich. Ihre Stimme bebte leicht am Ende des Satzes.

Er konnte nicht antworten, nur die Lippen bewegen, die bereits rot und geschwollen waren. Da sah sie es, die Blasen am Mundwinkel, das Wasser in seinem Auge und plötzlich wich der Zorn aus ihrem Gesicht und machte Platz für Angst. “Mein Gott”, flüsterte sie. “Sie, sie haben das wirklich getrunken?” Er wollte nicken, aber sein Körper gehorchte nicht mehr. Wir müssen den Kellner. Sie hatte schon ihr Handy in der Hand.

Ich rufe den Notarzt. Er packte ihr Handgelenk, diesmal sanft. Nicht, sonst verschwindet er. Sie wissen, es hat nicht funktioniert. Ihre Augen suchten seine. “Vertrauen Sie mir 5 Minuten”, brachte er hervor. “Nur fünf.” Sie zögerte, dann nickte sie. 5 Minuten.

Danach fahren wir ins Krankenhaus und dann erzählen Sie mir, wer Sie wirklich sind, denn Fahrer reden nicht so. Er lächelte schwach. Cleveres Mädchen. Sie fanden die Jacke des Kellners im Müllraum beim Lieferanteneingang mit einem Namensschild David. Kein Kellner, kein Eintrag im Personalverzeichnis, keine Spuren. Er arbeitet hier nicht, sagte Helena leise. Alle Kellner sind vom Stammketerer. Ich kenne ihre Gesichter.

Sie sah ihn an, wirklich an und verstand, dass er mehr war als ein Chauffeur. Sie wussten es, sagte sie. Schon vorher. Nikolas atmete schwer. Ich war einmal beim Sicherheitsdienst, Regierungsschutz. Ich konnte Menschen lesen und Bedrohungen. Er schluckte. Vor drei Jahren bin ich ausgestiegen. Meine Frau starb bei einem Autounfall. Ich musste mich um meine Tochter kümmern.

Das war die Wahrheit. Oder zumindest genug davon, was er verschwieg, dass der Unfall kein Unfall war, dass er 18 Monate ermittelt hatte und das alles auf denselben Namen hingedeutet hatte, der jetzt wieder auftauchte. Kronberg. Helena hörte still zu, ihr Gesicht unbeweglich, aber ihre Augen blitzten.

Mein Vater hat sie engagiert, nicht die Firma, oder? Nikolas nickte. Er rief mich zwei Wochen vor seinem Tod an, sagte, er brauche jemanden, dem er wirklich trauen kann. Jemanden außerhalb der Familie. “Er hat sie nie erwähnt”, flüsterte sie. “Aber das erklärt vieles. Ihr Handy vibrierte.” “Ich sehe nach den Unterlagen”, sagte sie hastig. Ich will wissen, ob ihr Name in den Aufzeichnungen auftaucht.

Er wird es nicht, antwortete Nikolas Matt. Er wollte, dass niemand weiß, wer ich bin. Dann brach sein Körper zusammen. “Bleiben Sie bei mir!”, rief sie, kniete neben ihm. “Rufen Sie, Sarah Mitchell”, murmelte er. Sie weiß, was zu tun ist und verlor das Bewusstsein. Helena drückte das Telefon ans Ohr, ihre Finger zitterten. Sarah Mitchell, keuchte sie, als die Stimme am anderen Ende antwortete.

Hier ist Helena Kronberg. Nikolas Berger wurde vergiftet. Er hat er hat mein Leben gerettet. Sie müssen sofort kommen ins Hotel Bvue, Nordflügel. Keine zwei Minuten später war Sara auf dem Weg und Helena kniete weiter neben Nikolas, während die Stimmen aus dem Ballsaal gedämpft durch die geschlossenen Türen drangen.

Lachen, Musik, Scheinwelt und hier draußen auf dem kalten Marmorboden lag der Mann, der ihr das Leben gerettet hatte. “Warum, Nikolas?”, flüsterte sie. “Warum ich?” Seine Lippen bewegten sich kaum hörbar. “Ah, weil ihr Vater wusste, dass es wieder passieren würde.” Dann kam Sarah. Dunkler Anzug, Ärztetasche, professioneller Blick. Sie kniete sich hin, überprüfte Puls und Atmung, rire Tasche auf.

“Was war’s?” “Ich weiß es nicht”, stammelte Helena. “Champagner. Er hat ihn getrunken, bevor ich es tat.” Sarah zog eine Spritze auf, fixierte eine Vene, schloss ein Infusionsset an. Es könnte vieles sein. Zyanid, Arse, Strüchnin. Wir behandeln das Schlimmste. Helena wich nicht von Nikolas Seite.

Sie sah, wie die Ärztin konzentriert arbeitete, hörte Worte wie Antidot, Aktivkohle, Kolligation. Sie verstand kaum etwas, nur dass er noch lebte. Nikolas Atemrasselte, dann stabilisierte er sich leicht. Seine Finger bewegten sich. Der Kellner grauer Anzug, Narbe an der linken Hand. Sarah blickte zu Helena. Rufen Sie sofort die Hotel. Niemand darf das Gebäude verlassen. Helena stand auf, ihre Knie zitterten, doch ihre Stimme war fest, als sie den Sicherheitschef anwies, das Hotel abzuriegeln. “Niemand geht, bis ich sage, dass er gehen darf.

Überprüfen Sie jede Kamera, jeden Ausgang.” Dann kehrte sie zurück. Nikolas hatte die Augen wieder halb geöffnet. “Sie müssen ins Krankenhaus”, sagte Sarah. noch nicht”, flüsterte er. “Wenn ich gehe, wird sie allein sein.” “Ich habe Sicherheitskräfte”, sagte Helena. “Die rufen sich heute krank”, keuchte er.

Zufällig? “Wie praktisch!” Saras Stirn runzelte sich. “Sie glauben, jemand in ihrem Umfeld steckt dahinter?” “Ich weiß es”, flüsterte er. “Ihr Vater hat mich engagiert, weil er das gleiche befürchtet hat.” Helena fühlte, wie sich ihr Magen zusammenzog. Sie meinen, er wurde ermordet. Nikolas Augenlieder zuckten.

Er wusste, jemand stielt von ihm. Milliarden durch Offshore konnten. Er hatte zwei Verdächtige. Richard Bänder, der Finanzvorstand und David Stein, Leiter der Akquisitionen. Helena stockte der Atem. Das sind vertraute Menschen. Ich kenne sie seit Jahren. Genau deshalb hauchte Nikolas. Sarah überprüfte die Tropfgeschwindigkeit, sah ihn ernst an. Sie leben, aber nicht lange ohne richtige Behandlung. Helena erhob sich.

Dann nehmen wir ihn mit. Ich habe eine Privatwohnung. Sicher. Wir gehen jetzt. Sarah wollte protestieren. Das ist Wahnsinn. Ich bin Kronberg, sagte Helena knapp. Ich tue, was nötig ist. Sie und Sarah stützten Nikolas Schritt für Schritt, Arm in Arm durch die leeren Gänge. Das Gold der Spiegel war fahl geworden, als trüge das Hotel selbst schuld an dem, was geschehen war.

Im Parkhaus stand der schwarze Wagen, mit dem sie gekommen waren. Nikolas drückte den Schlüssel in ihre Hand. “Sie fahren.” “Ich fahre”, bestätigte sie. Sarah stieg hinten ein, hielt die Infusion hoch. Nikolas lehnte im Sitz blass, schweiß auf der Stirn. Sie fahren gut”, murmelte er, als sie die Stadt verließen.

“Ich bin früher Rennen gefahren”, antwortete sie. Ein schwaches Lächeln zuckte über seine Lippen. “Natürlich sind sie das.” Die Straßen glitten vorbei. Neonlichter spiegelten sich auf der Windschutzscheibe. Helena bog in die Tiefgarage eines Wohnhauses ein, hochgesichert, Kameras an jeder Ecke, ihr Name auf der VIP Liste.

Sie parkte. Sarah öffnete die Tür, half Nikolas hinaus. Penthaus, sagte H. Länner knapp legte ihre Karte auf den Scanner. Der Aufzug glitt nach oben, geräuschlos, teuer. Als sich die Türen öffneten, standen sie in einer anderen Welt. Keine Prunkvilla, keine Goldrahmen, sondern klare Linien, warme Farben, Bücherregale, Familienfotos.

Überrascht, fragte sie, als sie seinen Blick bemerkte. Ich hätte mehr Marmor erwartet. Ich habe genug Glanz gesehen. Ich wollte nur ein zu Hause. Sie führten ihn ins Arbeitszimmer. Sarah half ihm in einen Ledersessel, schloss die Infusion wieder an. “Sie stabilisieren sich”, sagte sie. “Aber sie brauchen bald ein Krankenhausbett.” “Noch nicht”, murmelte er.

“Wir müssen verstehen, wer hinter dem Kellner steckt.” Helena öffnete ihren Laptop, wählte ein Passwort. Auf den drei Monitoren erschienen Dateien, Tabellen, Mails. Das ist das gesamte Archiv meines Vaters. Ich habe alles gesichert. Computer, Telefon, Kalender. Ich habe nichts Verdächtiges gefunden. Zeigen Sie mir seinen Kalender, sagte Nikolas. Sie öffnete ihn.

Bunte Felder, Meetings, Abendessen, Vorstandssitzungen, nichts Auffälliges, bis auf einen Eintrag, zwei Wochen vor dem Tod ihres Vaters. JK. Vertrauliches Audit extern. Wer ist JK? Ich weiß es nicht, flüsterte sie. Kein Ort, keine Mails dazu. Sarah, die noch immer neben ihnen stand, meinte leise: “Ein Audit?” “Das macht man, wenn man Unregelmäßigkeiten vermutet.

” “Er hat Beweise gesammelt”, sagte Nikolas. “Und dann ist er gestorben.” Helena klickte weiter. Keine weiteren Hinweise, keine Dokumente von JK, nur Lehre. “Acht Tage später, der Tod. Wir müssen JK finden,” sagte Nikolas. Helena griff nach einem alten Notizbuch aus der Schublade. Mein Vater schrieb wichtige Kontakte von Hand auf.

Er sagte immer, das sei sicherer. Sie blätterte. Hier James Kühn, forensischer Buchprüfer, München. Rufen Sie ihn an. Wenn jemand versucht mich zu töten, ist mein Handy vermutlich abgehört. Dann benutzen Sie meins sagte Nikolas und reichte ihr ein kleines unscheinbares Prepi Telefon. Sie wählte.

Es klingelte viermal, dann sprach ein Anrufbeantworter. Sie hinterließ eine Nachricht. Als sie auflegte, herrschte Stille, nur das Ticken der Uhr und das gleichmäßige Tropfen der Infusion. Sarah seufzte. Sie müssen die Polizei einschalten. Das ist versuchter Mord. Helena schüttelte den Kopf. Richard Bänder hat Freunde in allen Gremien. Mein Vater wollte es intern klären. Ich auch. Nikolas nickte.

Wir folgen den Spuren. Keine Panik, nur Beweise. Da vibrierte das Prit Handy. Helena nahm ab. Hier ist Helena Kronberg. Eine Pause. Ja, ich verstehe. Morgen früh. Danke. Sie legte auf. Er ruft mich morgen in seinem Büro an. Er hat Beweise 7 Jahre systematische Unterschlagung, 50 Millionen Euro. Und er sagt: “Mein Vater habe ihn drei Tage vor seinem Tod angerufen. Danach nie wieder.

Ihr Vater konfrontierte den Täter, sagte Nikolas leise und starb dafür. Helena presste die Lippen zusammen. Dann holen wir morgen seine Unterlagen und dann wird sich zeigen, wer recht hat. Sarah sah sie finster an. Und danach fahren sie beide ins Krankenhaus oder ich schleife Sie dorthin. Helena lächelte schwach. Versprochen. Draußen über der Stadt blitzte der Himmel. In Nikolas Brust brannte es nicht nur vom Gift.

sondern vom Gefühl, dass dies erst der Anfang war. Der Morgen kam grau und schwer über München. Regen tropfte von den Balkonen der Altstadt, als Helena den Motor startete. Nikolas saß auf dem Beifahrersitz, bleich, aber wach. Sarah hatte ihn notdürftig stabilisiert, die Infusion durch eine Tablette ersetzt und ihn mit einem Blick verabschiedet, der alles sagte: “Du bist ein Idiot, aber ich kann dich nicht aufhalten.

” Helena fuhr konzentriert, jede Bewegung präzise. Die Straßen glänzten nass. Ihr Gesicht spiegelte sich blass im Fenster. “Wenn Sie zu schwach sind, sagen Sie es”, sagte sie leise. Nikolas lächelte matt. “Ich habe schon schlimmere Tage erlebt. Ich hoffe, Sie meinen das nicht wörtlich. Leider doch. Die Fahrt dauerte nicht lange.

Die Bank erste Nationale, eine alterwürdige Institution mit Messingriffen und Marmorflur, lag mitten im Herzen der Stadt. Der Portier erkannte Helener sofort, führte sie in einen abgetrennten Raum. Ein Angestellter öffnete mit zwei Schlüsseln das Fach. Metall quietschte, als die Schublade herausglitt. Darin ein dicker, versiegelter Umschlag. Helena hielt den Atem an. “Das ist sein Siegel”, flüsterte sie.

Er benutzte es für vertrauliche Unterlagen. Nikolas nickte. Öffnen Sie ihn. Das Papier riss. Ein Stapeldumente glitt hervor. Kontoauszüge, Offshore Listen, Firmennamen und ganz oben ein Brief. Handschriftlich zittrig. Helena, wenn du das liest, bin ich nicht mehr da. Ich habe Richard Bänder entarnt.

Er hat sie Jahre lang Geld gestohlen, 50 Millionen Euro. Ich habe alles dokumentiert. Wenn mir etwas passiert, geh zur Polizei. Vertraue niemandem in der Firma. Ich wollte dich schützen. Ich hoffe, ich habe es nicht zu spät erkannt. In Liebe, dein Vater. Helena starrte auf das Papier. Tränen liefen ihr über die Wangen. Er wusste es all die Jahre und ich habe ihn für paranoid gehalten. Nikolas überflog die Unterlagen.

Kontoüberweisungen, Firmenverschachtelungen, sogar Kopien von Mails, alles sauber aufgelistet. Das reicht, um Bänder für den Rest seines Lebens ins Gefängnis zu bringen. Wenn er nicht vorher dafür sorgt, dass wir verschwinden, sagte Helena bitter. Sie legten den Umschlag zurück, sorgfältig und verließen die Bank. Draußen prasselte der Regen stärker. Nikolas zog die Jacke enger um sich.

“Wir bringen das direkt zur Staatsanwaltschaft”, schlug er vor. Helena schüttelte den Kopf. Richard hat überall Leute, die würden die Beweise verschwinden lassen, bevor jemand sie liest. “Nein, wir holen sein Geständnis.” Sein Geständnis? Ich locke ihn in die Falle. Er glaubt, ich bin überfordert und will mich freikaufen. Dann redet er und sie zeichnen alles auf. Das ist gefährlich.

Ich bin es leid, Angst zu haben. Sie zögerte keine Sekunde. Noch während sie fuhren, schrieb sie eine Nachricht auf dem Prepeit Handy. Ich habe die Unterlagen meines Vaters gefunden. Wir müssen reden. Allein heute Abend. Kaum eine Minute später kam die Antwort. Mein Büro 20 Uhr. Komm allein. Nikolas spürte, wie sich sein Magen zusammenzog.

Er wird bewaffnet sein. Dann hoffe ich, sie sind schneller. Zurück im Penthaus bereiteten sie alles vor. Jack Morrison Nikolas, alter Kollege aus seiner Zeit im Sicherheitsdienst, schickte ein Team. Zwei Agenten in Zivil installierten ein Mikrofon, kaum sichtbar in Helenas Kleid. Eine Mikrokamera wurde in ihrer Halskette versteckt.

Sarah sah ihnen Kopfschüttelnd zu. “Das ist kein Plan. Das ist Wahnsinn.” Mit Etikett. “Dann bin ich wahnsinnig”, entgegnete Helena ruhig, aber wenigstens wach. Als die Sonne unterging, zog sie sich um. Dunkelblaues Kleid, schlicht, elegant, keine Rüstung, aber würde. Nikolas sah sie an und wusste, dass sie nicht nur wegen ihres Vaters kämpfte. Sind Sie sicher? Nein, aber ich tue es trotzdem.

Er fuhr sie zum Hauptsitz der Kronbergag, ein Glas und Stahlgebäude, das in der Dämmerung wie ein kalter Koloss wirkte. Das Licht aus dem Penthausbüro brannte noch. Richard Bänder wartete. Ich gehe mit, sagte Nikolas. Er sagte allein, “Ich bin ihr Fahrer.” Sie sah ihn an, die Lippen ein Hauch von Lächeln. “Dann fahren Sie mich bis zur Tür und bleiben Sie da.

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” Die Fahrt nach oben war lautlos. Im 30. Stock öffnete sich die Tür zu Richards Büro. Alles Glas, Beton, Macht. Richard stand am Fenster, ein Schatten vor der Lichterflut der Stadt. “Helena”, sagte er freundlich, fast väterlich. “Ich habe gehört, sie hatten einen schrecklichen Abend beim Ball.

Wie geht es Ihnen? Besser als Sie hoffen, antwortete sie kühl. Sein Lächeln gefrohr. Wirklich? Und was führt sie hierher? Ich habe gefunden, was mein Vater über sie wusste. Sie legte einen schmalen Ordner auf den Tisch. Kopien, keine Originale. Sie haben 7 Jahre lang Geld gestohlen. Richard setzte sich, faltete die Hände. Das sind schwere Anschuldigungen.

Woher haben Sie das? von ihm und von einem Mann, der fast für mich gestorben wäre. Einen Moment lang sah er sie nur an, dann lachte er leise. Sie wissen, was ihr Vater am Ende war, Helena. Ein paranoider alter Mann. Er sah überall Gespenster. Gespenster vergiften keine Getränke, erwiderte sie. Das Lächeln verschwand.

Sie glauben also, ich hätte versucht, sie zu töten. Ich weiß es. Er lehnte sich zurück, musterte sie. Und doch sind Sie hier allein, ohne Polizei, ohne Schutz. Warum? Ich will einen Deal. 20 Millionen auf ein Konto und sie verschwinden. Ich vernichte die Beweise. Wir sprechen nie wieder darüber. Er sah sie an, lange abschätzend. Dann hob er eine Augenbraue.

20 Millionen sind viel Geld. Sie haben 50 gestohlen. Ich lasse Ihnen drei Sein Lächeln kehrte zurück. Kalt, dünn. Und wenn ich nein sage? Dann sorge ich dafür, daß sie nie wieder ein Bankkonto besitzen. Er stand auf, ging zum Fenster. Die Lichter der Stadt spiegelten sich in seinem Gesicht.

Sie sind klug wie ihr Vater und genau deshalb sind sie gefährlich. Er drehte sich um. Ihr Vater dachte, er könnte mich bloß stellen. Er war ein Freund. Ich hätte es nie gewollt, aber er ließ mir keine Wahl. Helena hielt den Atem an. Also geben Sie es zu. Ich gebe zu, daß manche Entscheidungen notwendig sind.

Nikolas, der unten im Auto saß und alles über Funk mithörte, presste die Hände ans Lenkrad. “Das reicht”, dachte er. “Er ist geliefert.” Doch Richard sprach weiter. Ihr Fahrer, beeindruckender Mann. Zu schade, dass er sich eingemischt hat. Er hätte ein angenehmes Leben führen können. In Nikolas spannte sich jeder Muskel. Er griff nach seiner Waffe. “Bleib ruhig”, flüsterte Jacks Stimme über Funk. Wir haben es drauf.

Oben im Büro griff Helena in ihre Jacke, zog leicht am Revers und zeigte das kleine Mikrofon. Das war’s, Richard. Die Polizei hört alles mit. Es ist vorbei. Richards Gesicht wurde kalkweiß. Dann griff er in die Schublade. Ein metallisches Klicken. Helena wich zurück. Erlegen Sie die Waffe weg, rief sie. Richard lächelte. Ich bin zu alt für Gefängnisse. Er richtete die Pistole, doch die Tür flog auf.

Runter brüllte Nikolas, stürmte hinein, stieß sie zur Seite. Ein Schuss, ein Splittern. Stille. Richard lag am Boden, die Waffe weit gerutscht, Blut auf dem Teppich. Helena zitterte. Nikolas stand über ihr, die Hände noch erhoben, die Waffe rauchend. “Er hat geschossen”, flüsterte sie. “Ich weiß”, sagte Nikolas ruhig, “aber jetzt ist es vorbei.” Sirenen zerschnitten die Nacht.

Blaue Lichter flackerten über den Glasbau der Kronberg AG, während unten im Forier Sicherheitsbeamte und Polizisten durcheinander liefen. Der Regen hatte sich in dichte kalte Schleier verwandelt. Helena saß auf dem Boden. Ihr Kleid durchnäst vom Blut, das nicht ihres war.

Neben ihr kniete Nikolas, die Waffe aus der Hand gelegt, die Finger immer noch zitternd. Sein Herz raste, doch seine Stimme war ruhig, als er sagte: “Es ist vorbei, Helena. Sie sind sicher. Sie blickte zu ihm auf. In ihren Augen spiegelte sich Erleichterung, Schock und ein Schmerz, der tiefer ging als alles, was sie an diesem Abend erlebt hatte.

“Er war der beste Freund meines Vaters”, flüsterte sie. “Wie kann man so etwas tun?” “Gir lässt Menschen alles vergessen, antwortete Nikolas leise. Freundschaft, Moral, manchmal sogar sich selbst. Dann drängten die Einsatzkräfte herein.” Einer der Männer trat an Nikolas heran. Waffe runter, Hände hoch. Er gehorchte, ließ sich widerstandslos abführen.

Jack Morrison, sein alter Kollege, war unter den ersten, die eintrafen. Er trat zwischen Nikolas und die Beamten. “Er gehört zu mir”, sagte er ruhig, zeigte seine Dienstmarke. “Er hat sie gerettet. Er hat alles beendet.” Der Kommandant nickte, gab die Anweisung, Nikolas freiulassen.

Doch der blieb still, sah zu Helena, die immer noch auf dem Boden saß. Sie schien weit weg, gefangen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. “Kommen Sie”, sagte Jack und half ihr auf. “Sie müssen raus aus diesem Raum.” Draußen wartete ein Krankenwagen. Sarah, die in der Zwischenzeit informiert worden war, eilte herbei und nahm Helena in Empfang. “Keine Verletzungen”, stellte sie fest, “aber Kreislaufschock.

Und sie wandte sie sich an Nikolas, sehen aus, als hätten sie gerade 10 Jahre verloren. Fühlt sich auch so an, sagte er trocken. Während Sanitäter Richard Benders Körper abdeckten, nahm Jack Nicolas beiseite. Ich habe mir die Aufzeichnung angehört. Reine Selbstverteidigung. Außerdem hat er sich im Grunde selbst überführt, bevor du überhaupt gezielt hast.

Ich wollte nicht, daß sie das sehen muss, sagte Nikolas, die Schultern schwer, aber er hätte sie erschossen. Jack nickte ernst. Das weiß ich. Und sie auch. Später in der Nacht, als das Gebäude abgesperrt war und die Presse bereits vor dem Haupteingang auf die ersten Bilder wartete, saßen Helena und Nikolas nebeneinander in einem Polizeiwagen schweigend. Draußen schimmerte die Stadt wie eine Bühne nach einem langen Stück.

Ich weiß nicht, ob ich erleichtert bin oder einfach leer, sagte Helena schließlich. Beides antwortete Nikolas. So fängt Heilung an. Am nächsten Morgen war die Nachricht überall. Skandal um Kronberg AG. Vorstand erschossen. Ermittlungen bestätigen, Mordversuch an Erbeln. Die Schlagzeilen überschlugen sich. Die Medien belagerten Helenas Wohnung, ihre Firmenzentrale, sogar das Krankenhaus, in das man Nikolas schließlich gebracht hatte, um die letzten Giftreste aus seinem Körper zu entfernen. Doch hinter den grellen Schlagzeilen begann etwas anderes.

Wahrheit. Die Aufzeichnungen, die Beweise aus dem Schließfach, Richards Geständnis, alles zusammen ergab ein vollständiges Bild. Das Finanzministerium übernahm die Ermittlungen. Die Presse feierte Helena als die Frau, die sich nicht einschüchtern ließ.

Eine Woche später saß Nikolas in einem Krankenhausbett und starrte aus dem Fenster, als die Tür sich öffnete. Helena trat ein. Kein Designeranzug, kein Make-up, nur Jeans, ein grauer Pullover und dieser erschöpfte, aber aufrichtige Ausdruck in ihrem Gesicht. “Sie sehen besser aus”, sagte sie. “Das sagen alle, kurz bevor sie mir schlechte Nachrichten bringen. Dann bin ich die Ausnahme.

Ich bringe nur Kaffee.” Sie reichte ihm den Becher. “Und ein Jobangebot.” Er hob eine Augenbraue. Ich dachte, Chauffeure sind jetzt aus der Mode. Sicherheitschef bei der Kronberg AG. Mein Vorstand hat zugestimmt. Sie sind offiziell der Mann, dem ich mein Leben anerraue. Ich dachte, das hätten Sie schon getan, murmelte er und nahm den Kaffee. Sie setzte sich auf den Stuhl neben ihm, faltete die Hände.

Ich weiß, sie wollen vielleicht kein Teil dieser Welt sein, aber ich brauche jemanden, der ehrlich ist und der keine Angst davor hat, mich zu warnen, selbst wenn es mir nicht gefällt. Er lächelte schwach. Ich habe eine Tochter Sophie, sieben Jahre alt. Ich nehme keine Jobs, die mich von ihr wegführen. Helena nickte. Dann bringen Sie sie mit.

Wir haben einen Kindergarten im Gebäude und bessere Croissance als jedes Kaffee der Stadt. Sie sah ihn an, einen Moment zu lange, und sagte leise: “Sie wissen, dass Sie mir das Leben gerettet haben oder nur ein Reflex?” Dann bin ich froh, dass Sie gute Reflexe haben. Zwischen ihnen hing ein stilles Verstehen, das keine Worte brauchte.

Drei Monate später, die Sonne stand tief über München, warf goldene Streifen über den Konferenzraum im 30. Stock. Helena stand am Rednerpult, umgeben von Kameras und Mikrofonen. Mit der Aufklärung der Unterschlagungen beginnt für die Kronberg AG eine neue Era. Transparenz, Ehrlichkeit und Verantwortung. Dafür stehe ich. Nikolas sah ihr aus dem Hintergrund zu.

Neben ihm saß Sophie ein Buntstift in der Hand, während sie kleine Figuren auf ein Blatt Papier malte. Ist das sie? Fragte er. Sophie nickte eifrig. Ja, die Chefin mit dem Umrang, weil sie Leute rettet wie Superhelden. Nikolas lächelte. Das passt. Nach der Pressekonferenz kam Helena zu ihnen. Sie beugte sich hinunter, betrachtete Sophies Zeichnung. Das bin also ich.

Ja, aber du brauchst noch einen Hut, erklärte Sophie ernst. Superhelden haben Hüte. Helena lachte ein echter warmer Laut. Sie macht mir Konkurrenz, sagte Nikolas. Das ist gut. Konkurrenz hält uns wach. Er bemerkte, wie anders sie war, ruhiger, geerdeter. Die Schultern, die einst von Verantwortung beschwert waren, trugen nun Stärke.

“Ich weiß nicht, ob ihr Vater stolz auf mich wäre”, sagte sie leise. “Er wäre stolz”, antwortete Nikolas. “Aber noch mehr wäre er erleichtert, weil sie leben.” Sie sah ihn lange an. “Und sie werden sie bleiben.” Er zuckte mit den Schultern. Kommt darauf an, ob sie wieder vorhaben, vergifteten Champagner zu trinken.

Nur wenn sie wieder so heldenhaft reagieren, konterte sie mit einem Lächeln. Ein kurzer Moment, ein Blick, der mehr sagte als alles, was sie aussprechen konnten. Später am Abend, als das Büro leer war, stand Nikolas allein am Fenster. Die Stadt glühte unter ihm, lebendig, laut, echt. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte er keinen Drang mehr, unsichtbar zu sein. Sein Handy vibrierte.

Eine Nachricht von einer unbekannten Nummer. Richard Bänder war nicht allein. Darunter ein Foto. Das Auto seiner Frau aufgenommen am Unfallabend aus einem Winkel, den es in den Polizeiakten nie gegeben hatte. Auf der Rückseite. Wir beobachten dich. Das Blut in seinen Adern gefror.

Er starrte hinaus in die Lichter der Stadt, dachte an Helena, an Sophie und an die Schatten, die sich erneut regten. Dann legte er das Telefon beiseite, atmete tief ein. “Wenn ihr Krieg wollt”, murmelte er, “kriegt ihr ihn.” Er griff nach seiner Jacke. Der Beschützer war zurück. Die Nacht lag schwer über München. Der Regen hatte aufgehört, doch die Straßen glänzten noch feucht vom letzten Sturm.

In Helenas Pentus brannte nur eine Lampe. Das matte goldene Licht tauchte die Bücherregale in warme Schatten. Sie stand am Fenster, ein Glas Rotwein in der Hand, während unter ihr die Stadt schlief. Doch Schlaf fand sie selbst keinen. Immer wieder halte die Szene vom Abend in ihr.

Nikolas, das Handy in der Hand, sein Blick scharf, konzentriert, aber irgendwo auch gequält. Sie hatte ihn seit dem Nachmittag nicht mehr gesehen. Er war einfach gegangen, mit der knappen Begründung etwas prüfen zu müssen. Ihr Handy vibrierte. Eine Nachricht von Nikolas. Bleiben Sie heute Nacht im Apartment. Keine Gäste, keine Tür öffnen. Ich melde mich.

Ein Schauer kroch über ihren Rücken. Sie spürte es, dieses Gefühl, das man hat, wenn ein Kapitel endet und ein gefährlicheres beginnt. Zwei Stunden später in einer dunklen Seitenstraße, weit entfernt vom Glanz der Innenstadt stand Nikolas Wagen. Der Motor war aus, die Straßenlaternen flackerten. Er wartete. Neben ihm lag der Ausdruck des Fotos, das erhalten hatte.

Das Auto wrack seiner Frau, nur diesmal mit einem Mann im Hintergrund, der sich im Schatten bewegte. Er kannte das Gesicht verblast, älter vielleicht, aber unverkennbar. David Stein, der Mann, den Helena und er in Richards Betrug verwickelt geglaubt hatten, offiziell seit Wochen verschwunden. Nikolas atmete tief durch, überprüfte seine Waffe und stieg aus.

Er wusste, dass es töricht war, allein zu gehen, aber manche Dinge konnte man niemand anderem überlassen. Er folgte den Spuren, die das GPS seines alten Kollegen Jack für ihn gefunden hatte. Ein verlassenes Industriegebäude am Rand der Stadt. Rostige Tore, zerbrochene Fenster, kalter Beton.

Drinnen war es still zu still. “Ich wusste, dass du kommst”, sagte eine Stimme aus der Dunkelheit. Nikolas spannte sich. Stein. Ein Mann trat aus dem Schatten, schmal mit kaltem Lächeln. “Du hast Richards Arbeit zerstört. Alles, woran wir jahrelang gearbeitet haben.” Er war impulsiv. “Ja, aber er hatte recht. Helena Kronberg ist gefährlich.

Sie war euer Ziel. Sie war ein Risiko. Sie hätte alles geerbt, alles kontrolliert. Wir wollten nur Gerechtigkeit. Die Kronbergs haben mehr Menschen vernichtet, als du ahnst. Mein Auftrag war sie zu schützen, sagte Nikolas. Dann hast du den falschen beschützt. Ein metallisches Klicken. Nikolas Finger schloss sich um den Abzug.

Doch bevor einer von ihnen schießen konnte, ertönte eine zweite Stimme. Genug, Helena. Sie trat aus dem Schatten, die Taschenlampe in der Hand, der Lichtkegel zitternd. “Ich wusste, daß sie hierhergehen würden”, sagte sie. “Also bin ich ihnen gefolgt.” “Das war dumm”, fauchte Nikolas. “Das war notwendig”, entgegnete sie. “Ich bin müde, von Geheimnissen zu leben.” David lachte heiser.

“Sie ist wirklich wie ihr Vater, zu stolz, um zu fliehen.” “Mein Vater war kein Dieb”, sagte sie. Ihr Vater war der Kopf, zischte Stein. Bänder hat nur gehorcht. Helena blinzelte fassungslos. Das ist eine Lüge. Ist es das? Fragte er. Oder hat er nur rechtzeitig aufgehört, damit sie ihn in Erinnerung behalten können? Nikolas spürte, wie Helena schwankte.

Er trat vor sie, schützend. Er spielt mit ihnen. Das ist was solche Männer tun. David grinste. Vielleicht oder vielleicht sagst du das, weil du selbst ein Teil davon warst. Ein Schuss krachte. Helena schrie, doch es war Nikolas, der fiel. Ein Streifschuss an der Schulter. Blut färbte sein Hemd. Er rollte sich zur Seite, zog den Abzug. Der zweite Schuss traf Stein in die Brust. Stille, nur Helenas Atem.

Sie kniete sich neben Nikolas. Bleiben Sie wach, bitte. Er lachte schwach. nur eine Kugel, nichts, was Kaffee nicht lösen könnte. Sie drückte das Hemd gegen die Wunde. Sie hätten mich nicht schützen müssen. Ich wollte es, murmelte er. Schon lange nicht mehr jemandem helfen wollen, bis sie kamen.

Er sah zu ihr auf und für einen Moment war alles still. Keine Sirenen, kein Blut, kein Schmerz, nur zwei Menschen, die einander fanden, obwohl sie es nie sollten. Zwei Tage später, ein Krankenhauszimmer, Sonnenlicht durch weiße Vorhänge. Nikolas lag im Bett, schlafend.

Helena saß am Fenster, lass aus einem alten Notizbuch, das ihres Vaters, darin ein letzter Satz hand geschrieben. Wenn du dies liest, vertraue dem Mann, den ich dir geschickt habe. Er wird dich beschützen, wie ich es nie konnte. Tränen füllten ihre Augen. Sie legte das Buch zur Seite, trat ans Bett. Sie wussten, dass sie mein Leben retten würden, flüsterte sie. Schon bevor wir uns trafen.

Nikolas öffnete die Augen schwach lächelnd. “Dann bin ich wohl pünktlich gewesen.” “Sie sind mehr als das”, sagte sie. “Sie sind der Grund, warum ich noch lebe.” Er wollte etwas sagen, aber sie beugte sich vor und legte einen Finger auf seine Lippen. Kein Wort. Zum ersten Mal in ihrem Leben dürfen sie einfach still sein. Er lächelte.

Das ist schwerer als sie denken. Sie lachte leise und in diesem Lachen lag all das, was Worte nie hätten sagen können. Dankbarkeit, Vertrauen, Zuneigung. Ein halbes Jahr später. Die Kronbergstiftung für traumatisierte Kinder eröffnete in einem alten Gebäude in der Münchner Maxvorstadt. Auf dem Marmorschild vor dem Eingang stand: “Für alle, die gelernt haben wiederzusprechen, weil jemand ihnen zugehört hat.” Helena stand neben Nikolas bei der Eröffnung.

Sophie hielt seine Hand und zählte die roten Balance, die in den Himmel stiegen. “Ich kann es kaum glauben”, sagte Helena. “Ich auch nicht”, antwortete Nikolas. Manchmal fühlt sich das alles an wie ein neues Leben. Vielleicht ist es das. Er sah sie an und zwischen ihnen lag keine Schuld mehr, kein Schmerz, nur ein stilles Versprechen.

“Ich habe übrigens ihren Namen in die Gründungspapiere schreiben lassen”, sagte sie lächelnd. “Was? Er Berger Stiftung nach dem Mann, der mir beigebracht hat, dass Mut nicht laut sein muss.” Nikolas wollte etwas erwidern, doch Sophie zog an seiner Hand. Papa, siehst du, da oben ein Ballon bleibt? Er folgte ihrem Blick. Ein einzelner roter Ballon hing im Himmel, während alle anderen verschwunden waren.

“Manchmal bleibt einer zurück”, sagte Helena. “Oder er wartet”, antwortete Nikolas, bis jemand ihn einholt. Sie sahen einander an, und das Lächeln, das über ihre Gesichter glitt, war nicht das von zwei Überlebenden, sondern das von zwei Menschen, die endlich angekommen waren. Epilog: Spät in jener Nacht saß Nikolas auf dem Balkon ein Glas Wein in der Hand.

Neben ihm lag ein Umschlag, kein Absender, nur ein Wappen, geprägt in schwarzem Wachs. Er öffnete ihn vorsichtig. Drinnen. Ein einzelner Satz Maschinen geschrieben. Die Kronbergakte ist nicht geschlossen. Wir erwarten Sie in Genf. Er legte den Brief beiseite, sah in den Himmel und lächelte müde. Also doch kein Frieden! Murmelte er.

Dann stand er auf, ging hinein, sah noch einmal zu Helena, die im Schlaf leise atmete, aber diesmal flüsterte er, bin ich nicht allein. Draußen wehte der Wind über die Stadt, trug das Flackern der Lichter mit sich und irgendwo zwischen Vergangenheit und Zukunft begann eine neue Geschichte.

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