Absturz mit Grinsen – Netflix verklärt das Chaosleben von Charlie Sheen
Er war der bestbezahlte TV-Schauspieler der Welt, der Liebling von Millionen und gleichzeitig das Gesicht für Hollywoods dunkelste Abgründe: Charlie Sheen. Drogen, Prostituierte, Eskapaden, unzählige Schlagzeilen. Nun widmet Netflix dem Skandalstar eine zweiteilige Dokumentation mit dem Titel Aka Charlie Sheen. Regisseur Andrew Renzi zeigt den heute 60-Jährigen in langen Gesprächen, Archivaufnahmen und Kommentaren von Wegbegleitern. Doch was als kritischer Rückblick erwartet wurde, entpuppt sich als überraschend wohlwollendes Porträt – und sorgt für kontroverse Diskussionen.
Vom Wunderkind zum Chaosmagneten
Sheen, eigentlich Carlos Irwin Estévez, wuchs im Schatten seines berühmten Vaters Martin Sheen auf. Früh spielte er in Hollywood mit, und bereits mit 21 Jahren stand er als Hauptdarsteller in Oliver Stones Platoon vor der Kamera – ein Oscar-prämierter Meilenstein. Der Karriereaufstieg schien vorgezeichnet. Doch bald wurde Sheen mehr für Eskapaden als für Schauspielkunst berühmt.
In den 1990er- und 2000er-Jahren verdiente er Millionen mit Filmen und Serien, besonders mit Two and a Half Men. Gleichzeitig explodierte sein Privatleben: Drogenexzesse, Escort-Skandale, Festnahmen. Weihnachten im Gefängnis, Schlagzeilen über HIV, Wutausbrüche gegen Produzenten. Sheen war gleichermaßen faszinierend wie abschreckend.
Ein Grinsen gegen die Dunkelheit
In der Doku sitzt Sheen oft in einem Diner, vor sich einen dünnen Kaffee. Er erzählt von Abstürzen, Gefängnisnächten, von Crack und Heroin. Doch bemerkenswert ist: Er grinst fast ununterbrochen. Dieses entwaffnende Lächeln, das selbst bei Geständnissen über Eskalationen wie ein ironisches Augenzwinkern wirkt. Es ist das Sheen-Markenzeichen – charmant, frech, und doch für viele ein Schlag ins Gesicht derer, die unter seinem Verhalten litten.
Verständnis statt Abrechnung
Viele Zuschauer hätten erwartet, dass die Doku die Schattenseiten seines Lebens ungeschönt beleuchtet. Doch Renzi inszeniert Sheen auffallend freundlich. Freunde wie Sean Penn oder Tony Todd schildern ihn liebevoll. Sogar Heidi Fleiss, einst verurteilt wegen ihres Escortservices, der eng mit Sheen verbunden war, zeigt Verständnis.
Selbst sein früherer Drogendealer Marco kommt zu Wort – und wird in einer grotesken Wendung als eine Art Entzugshelfer präsentiert, weil er Sheen das Crack langsam „verwässerte“, um ihn von der Sucht zu befreien. Eine bizarre Geschichte, die fast wie eine Heldenerzählung klingt.
Jon Cryer als kritische Stimme
Unter all den Weggefährten wirkt Jon Cryer, Sheens Co-Star aus Two and a Half Men, als einziger nüchterner Beobachter. Er spricht über das Ausmaß des Wahnsinns am Set, über die Zerstörung einer ganzen Serie durch Sheens Eskapaden und über das Leid, das seine Exzesse verursachten. Doch Cryers Stimme bleibt eine Randnotiz in einer Doku, die insgesamt erstaunlich viel Verständnis für Sheen aufbringt.
Eine verpasste Chance
Die zweiteilige Serie, jeweils rund 90 Minuten lang, hätte Raum für eine tiefere Reflexion geboten. Doch statt einer schonungslosen Analyse bekommt das Publikum eine Mischung aus Biografie, Anekdoten und nostalgischem Rückblick. Die Struktur – „Partying“, „Partying with Problems“, „Just Problems“ – klingt vielversprechend, bleibt aber oberflächlich.
Kritiker werfen Renzi vor, Sheen als Antihelden zu verklären, statt den Schaden aufzuzeigen, den er anrichtete. Denn während Sheen überlebte, zahlten andere den Preis: Familien, Partnerinnen, Produzenten, Millionen Fans, die eine Kultserie verloren.
Warum diese Nachsicht?
Eine Frage, die die Doku indirekt aufwirft: Warum wird jemand wie Sheen immer wieder entschuldigt? Sitcom-Produzent Chuck Lorre erklärt es mit einem Vergleich: Sheen sei wie Dean Martin – ein Typ, dessen Charme und Überlebenskunst ihn trotz Exzessen unantastbar machten. Doch diese Erklärung ist gefährlich, meinen Kritiker. Denn sie romantisiert ein Verhalten, das andere zerstörte.
Unterhaltsam, aber problematisch
Unbestritten: Die Doku ist unterhaltsam. Sheens Lebensgeschichte ist so verrückt, dass sie kaum erfunden sein könnte. Ein Mann, der Crack-Dealer zu Freunden machte, der Millionen in wenigen Jahren verdiente und verbrannte, der immer wieder stürzte und doch nie ganz am Boden lag.
Doch genau darin liegt das Problem: Das Publikum bleibt erstaunt, vielleicht sogar fasziniert, aber die kritische Distanz fehlt. Stattdessen droht eine gefährliche Botschaft: Selbstzerstörung als Abenteuer, Exzesse als charmanter Spleen.
Das Urteil
Aka Charlie Sheen ist keine große Dokumentation. Sie plätschert dahin, zu affirmativ, zu nah an der Figur, die sie eigentlich sezieren müsste. Für Fans mag sie ein nostalgischer Trip sein, für Kritiker eine verpasste Chance.
Am Ende bleibt das Bild eines Mannes, der sein Lächeln wie eine Maske trägt. Dahinter liegen Narben, zerstörte Karrieren, gebrochene Herzen. Die Doku zeigt viel – und doch zu wenig.
Fazit
Charlie Sheen überlebte, was andere zugrunde richtete. Das allein ist bemerkenswert. Doch die Frage, warum er so oft davonkam und warum selbst eine Netflix-Doku ihn kaum zur Rechenschaft zieht, bleibt offen.
Vielleicht ist es genau das, was den größten Skandal darstellt: Nicht die Eskapaden eines Einzelnen, sondern die Bereitschaft einer ganzen Industrie, sie zu verharmlosen.
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