
Mario Adorf (Archivbild): Der Schauspieler blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. (Quelle: dpa)
Film, Theater, Musik: Mario Adorf war nie nur Schauspieler. Zum 95. Geburtstag teilt er persönliche Einblicke in sein Leben.
Der Lateinlehrer nannte ihn spöttisch “Obertünnes” – heute ist Mario Adorf einer der renommiertesten deutschen Schauspieler. Am kommenden Montag, 8. September, feiert der Film- und Theaterstar seinen 95. Geburtstag.
Den Ehrentag will Adorf bewusst ohne großes Aufsehen begehen. “Mit einem Abendessen mit wenigen Freundinnen und Freunden”, wie der Wahl-Münchner der Deutschen Presse-Agentur verriet. Stets an seiner Seite: Ehefrau Monique Faye, mit der er seit 1968 ein Paar ist und viel Zeit in ihrer südfranzösischen Heimat verbringt.
Mario Adorf: Vom Klassenclown zum Charakterdarsteller
Eine Schauspielkarriere zeichnete sich in Adorfs Jugend im Eifelstädtchen Mayen zunächst nicht ab. Während Mitschüler am Schultheater agierten, gab er den Klassenclown. “Mein Lateinlehrer, ein Kölner, nannte mich ‘Antonius Maximus, den Obertünnes’”, schreibt Adorf in seiner Biografie “Mario Adorf. Zugabe”. Der Spitzname sollte ihn als begriffsstutzig darstellen.

Der Schauspieler Mario Adorf und seine Frau Monique (Archivbild): Mit der Französin ist er seit 57 Jahren verheiratet. (Quelle: Ursula Düren/dpa/dpa-bilder)
“Angestrengt habe ich mich nur, wenn ich es unbedingt musste, wenn ich merkte, dass die Noten zu schlecht wurden und wenn meine Mutter unzufrieden wurde mit mir”, erinnert sich der Schauspieler. Nach dem Abitur zog es ihn dennoch zur Schauspielerei. Er studierte an der Otto-Falckenberg-Schule in München, ging danach ans Theater und zum Film – der Start einer außergewöhnlichen Karriere.
Zahlreiche Auszeichnungen im Laufe der Karriere
Adorf entwickelte eine enorme Bandbreite. Regisseure wie Billy Wilder, Rainer Werner Fassbinder, Margarethe von Trotta, Volker Schlöndorff, Helmut Dietl oder Dieter Wedel wollten den Darsteller für ihre Projekte gewinnen. Er verkörperte Bösewichte ebenso eindrücklich wie Patriarchen, eitle Gecken oder Feingeister.

Mario Adorf während der Dreharbeiten des Films “Fedora” (Archivbild): In dem Film von 1978 verkörperte er einen Hotel-Manager. (Quelle: Istvan Bajzat/dpa/dpa-bilder)
Unvergessen bleibt sein Auftritt als protziger Fabrikant in der Kultserie “Kir Royal”, als Bösewicht Santer in den Karl-May-Filmen oder als Vater Matzerath in der Günter Grass-Verfilmung “Die Blechtrommel”. Für seine schauspielerischen Leistungen erhielt Adorf zahlreiche Auszeichnungen.
Erinnerungen an Dolce Vita und Dankbarkeit
Wunderschöne Erinnerungen hat der Schauspieler an Italien, die Heimat seines Vaters, wo er viele Jahre lebte und Filme drehte. “Dass ich dieses Dolce Vita mitmachen konnte, das habe ich sehr genossen”, sagte er einmal.
Privat zeigt sich Adorf als höflicher, humorvoller und charmanter Gentleman, der das Leben genießt und Menschen unterhält. Als Sänger und Entertainer ging er bereits auf Tournee, ist gern gesehener Gast auf Filmpremieren und beim Deutschen Filmball in München.
Seine Gefühle zum 95. Geburtstag beschreibt Adorf als “eine Mischung von Dankbarkeit und Erstaunen”. Auf die Frage, ob er sich nun als weise bezeichnen würde, antwortet er nachdenklich: “Ich glaube nicht, dass sich Weisheit regelrecht oder automatisch mit zunehmendem Alter einstellt.” Zwar erwerbe man im Alter ein tiefgehendes Verständnis der Lebenszusammenhänge. “Ich würde aber eine Erkenntnis über mein eigenes Leben nicht als eine Weisheit beanspruchen.”
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