Udo Kier 2016 mit BILD-Autor Michael Schacht (l.) auf seiner Veranda in Palm Springs
Palm Springs – Seine letzte Mail schrieb er mir vor ein paar Monaten: „Ruf mich an!“ Drei Worte nur, wie so oft, mit einem Ausrufezeichen versehen, wenn Udo Kier irgendwo auf der Welt in einem Hotelzimmer oder zu Hause in Palm Springs saß und sich langweilte.
Ich tat es nicht, weil auf meiner Seite der Welt mal wieder irgendetwas dazwischenkam. Die Arbeit, die Zeitverschiebung, die Müdigkeit, was auch immer. Heute ärgere ich mich und bin sehr traurig – denn Udo Kier, der schillernde Weltstar, der extrovertierte Ausnahmekünstler, mein langjähriger Freund, ist tot.
Udo Kier (damals 70) posiert 2014 auf dem Filmfest München vor seinem Portrait
Wir trafen uns erstmals vor zwanzig Jahren in San Francisco und Udo zeigte mir umgehend, was es heißt, ein Filmstar zu sein: Er ziehe den Anzug, der für das Fotoshooting mit ihm extra aus Metzingen nach Kalifornien geliefert wurde, auf keinen Fall an. Und schon gar nicht das T-Shirt dazu. Auch das Cabrio, das wir für ihn gemietet hatten – ich glaube, es war ein Chrysler –, sei eigentlich etwas geschmacklos. Er habe schließlich einen Ruf zu verlieren.
Der brasilianische Filmregisseur Kleber Mendonça Filho (57, l.) mit Udo Kier (†81). Sie drehten 2024 zusammen seinen letzten Film „The Secret Agent“
Udo Kier ließ keinen Rausch und Höhenflug aus
Dieser Ruf war beeindruckend und einschüchternd zugleich. Zum Star geworden durch Zufall wegen seiner Schönheit. Von den größten Regisseuren seiner Zeit wegen seines Talents verehrt. Im Privatleben zeitgleich begehrt von einem deutschen Fürsten und einem deutschen Industrie-Erben. Und künstlerisch immer auch gehasst von einem Österreicher, der sich lebenslang in Konkurrenz zu ihm sah und am Ende jämmerlich starb.
Udo Kier hat alle und alles überlebt. Die Versuchungen und die Substanzen. Und es gibt wohl nichts, das er ausgelassen hat: keinen Flirt, keinen Rausch, keinen Höhenflug und auch keinen Absturz. Doch am Ende ist er immer wieder aufgestanden. Mit deutscher Disziplin und dem Willen, etwas zu erschaffen, das bleibt: den nächsten Film, hoffentlich einen guten. Egal, wie groß seine Rolle auch sein mag.
Wenig Wertschätzung aus seiner Heimat Deutschland
Udo Kier hat ebenfalls Neid, Missgunst und die sicher schmerzliche Tatsache überlebt, dass er aus Deutschland, seiner Heimat, nur noch selten Angebote und Wertschätzung erhielt, obwohl er doch einer der wenigen Deutschen in Hollywood war, die nach Amerika gekommen und geblieben sind.
Udo Kier 1974 im Kultfilm „Andy Warhol‘s Dracula“
Der Vorschlag, ihm nach rund 60 Jahren Karriere endlich einen Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk zu verleihen, wurde von der Filmakademie in Berlin nicht weiterverfolgt. Zu speziell sei er. Erst spät in seiner Karriere wurde Udo Kier in „Swan Song“ (2021) für eine absolute Hauptrolle besetzt – und von Fans und Kritik gefeiert.
In der Öffentlichkeit gab er auch deshalb nur allzu gern die männliche Diva. Es wusste, für welche Rolle sein Publikum ihn liebte. Doch es war eben nur eine Rolle.
Udo Kier (damals 59, l.) und Olivia Jones (damals 34) beim 11. Lifeball 2003 im Rathaus in Wien
Udo Kier lebte mit einem Mann zusammen
In seinem Haus in Palm Springs lebte Udo Kier umgeben von Kunst und teuren Palmen, die er extra anpflanzen ließ. Im Privaten war er still, höflich und interessiert. Er fragte immer nach meinem Leben, nach meinen Freunden und nach meinen Sorgen.
Sicher, seine mit Kölner Dialekt eingefärbten Worte konnten bisweilen so scharf sein wie die Arrabbiata, die er einmal für mich kochte (seine Revanche für ein viel zu scharfes Thai Curry in Hamburg). Meist jedoch war er beinahe zu sanft für einen Mann seiner Generation.
Denn Udo Kier war auch ein Mann, der seit Jahrzehnten in einer festen Beziehung mit einem Mann lebte und diese Beziehung dennoch nicht ins Schaufenster stellte, nur, weil es mittlerweile okay gewesen wäre, sich zu outen. Es wussten eh alle. Warum sollte er darüber also auch noch öffentlich sprechen?
Udo Kier (l.) 2006 mit BILD-Autor Michael Schacht in Kalifornien
Udo Kier hat laut gelebt und ist nun leise gestorben. Meine E-Mail zu seinem Geburtstag am 14. Oktober blieb unbeantwortet. Ebenso wie eine E-Mail mit Grüßen von Linda Evans, seiner Partnerin aus „Swan Song“, vor drei Wochen.
„Ich bin im Film schon so oft gestorben. Ich weiß wirklich, wie das geht“, sagte er einmal zu mir. Wie es ohne ihn gehen soll, sagte er mir nicht.
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