Die 70er Jahre, das war eine Zeit voller bunter Tapeten, verrückter Möbel und technischer Neuerungen, die damals als modern galten. Wer in den 70ern in Deutschland aufgewachsen ist, erinnert sich an viele Dinge, die heute fast verschwunden sind. In diesem Artikel nehmen wir euch mit auf eine Zeitreise durch die Wohnzimmer, Küchen und Badezimmer der 70er und zeigen euch 25 Dinge, die damals in fast jedem Haus zu finden waren, heute aber echte Raritäten sind.

Prielblumen auf Fliesen Wer in den 70er Jahren eine Küche oder ein Bad betrat, wurde oft von bunten Prielblumen begrüßt. Die kleinen selbstklebenden Blumensticker waren ein Werbegeschenk der Spülmittelmarke Priel und wurden millionenfach auf Fliesen, Kühlschränke und sogar Fenster geklebt. Die Prielblumen waren bunt, fröhlich und ein Symbol für die neue lockere Wohnkultur. Sie brachten Farbe in die oft tristen Nachkriegswohnungen und waren ein Ausdruck von Individualität. Kinder sammelten die Sticker, Erwachsene dekorierten damit ganze Wände. Heute sind Prielblumen echte Sammlerstücke und tauchen höchstens noch auf Flohmärkten oder in Retroküchen auf. Damals aber waren sie in fast jedem Haushalt zu finden und wer besonders viele hatte, war der Star in der Nachbarschaft. Oft wurden sie in geometrischen Mustern angeordnet, sodass ganze Flächen wie ein Popartgemälde wirkten.
Makramee Blumenampeln Makramee war in den 70er Jahren der Basteltrend schlecht hin. Aus dicker Baumwollschnur wurden kunstvolle Blumenampeln geknüpft, die dann mit Grünpflanzen bestückt von der Decke hingen. In fast jedem Wohnzimmer baumelten mehrere dieser selbstgemachten Kunstwerke, oft in Kombination mit Efeu, Grünlilie oder Usambara Veilchen. Makramee Blumenampeln waren Ausdruck von Kreativität und Naturverbundenheit. Viele Hausfrauen und Jugendliche knüpften stundenlang an ihren Ampeln und wer besonders geschickt war, verschenkte sie an Freunde und Verwandte. Heute erlebt Makramee ein kleines Comeback, aber die typischen Blumenampeln von damals sieht man nur noch selten. In den 70ern aber waren sie ein fester Bestandteil jeder Wohnungseinrichtung. Ihr Anblick gehörte ebenso selbstverständlich zum Wohnzimmer wie der Geruch nach Räucherstäbchen und Zimmerpflanzenerde.
Röhrenfernseher mit Holzfurnier Der Fernseher war in den 70er Jahren das Zentrum des Wohnzimmers und er sah ganz anders aus als heute. Die Geräte waren groß, schwer und hatten ein Gehäuse aus Holzfurnier, das oft wie ein Möbelstück wirkte. Der Bildschirm war klein, die Bildröhre wölbte sich nach außen und das Bild war schwarz-weiß oder, wenn man Glück hatte, schon in Farbe. Zum Einschalten musste man einen dicken Knopf drücken und bis das Bild erschien, vergingen ein paar Sekunden. Viele Fernseher hatten noch Drehgler für Lautstärke und Senderwahl. Wer einen Farbfernseher besaß, war der Held der Straße und zum Tatort oder zur Sportschau versammelte sich die ganze Familie davor. Heute sind Röhrenfernseher mit Holzfurnier fast ausgestorben, aber damals waren sie der Innbegriff von Fortschritt und Gemütlichkeit. Das leise Knacken der Röhre beim Ausschalten und das Nachglühen des Bildschirms gehörten zu den kleinen Alltagsmagien jener Zeit.
Schrankwand Die Schrankwand war das Herzstück jedes Wohnzimmers. Sie zog sich oft über die gesamte Wandlänge und bot Platz für alles: Fernseher, Bücher, Geschirre, Gläser, Schallplatten und die guten Sammeltassen. Die Schrankwand war meist aus dunklem Holzfurnier mit Glastüren, Spiegeln und manchmal sogar eingebauter Beleuchtung. Sie war Statussymbol und Stauraumwunder zugleich. Wer eine besonders große oder moderne Schrankwand hatte, zeigte damit, dass er es geschafft hatte. Heute sind Schrankwände selten geworden. Offene Regale und minimalistische Möbel haben sie abgelöst. In den 70ern aber war die Schrankwand das Zentrum des Familienlebens und der Stolz vieler Haushalte. Manchmal standen auf ihr kleine Nippesfiguren oder Porzellanpferde sorgsam abgestaubt und liebevoll platziert.
Bunte Glaslampen In den 70er Jahren waren bunte Glaslampen ein echter Hingucker in deutschen Wohnzimmern und Fluren. Ob als Pendelleuchte über dem Esstisch oder als Stehlampe im Wohnzimmer, die Lampenschirme aus farbigem Glas oder Kunststoff tauchten den Raum in ein warmes, oft psychedelisches Licht. Orange, gelb, braun oder grün dominierten die Farbpalette und die Formen reichten von Kugelrund bis zu extravaganten Tropfen. Viele Lampen hatten Kordeln zum Ein- und Ausschalten, die wie kleine Kunstwerke von der Decke baumelten. Das Licht war gemütlich, aber nicht immer praktisch. Zum Lesen reichte es oft nicht. Heute findet man solche Lampen nur noch auf Flohmärkten oder in Retrobars. Damals aber waren sie ein Symbol für Modernität und Lebensfreude und machten aus jeder Wohnung ein kleines Designstudio. Ihr warmes Schimmern spiegelte sich abends in den glänzenden Resopalplatten und tauchte das Zuhause in goldene Farbtöne.
Telefon mit Wählscheibe Das Telefon mit Wählscheibe war in den 70ern Standard in deutschen Haushalten. Das schwere, meist graue oder beige Gerät stand im Flur oder auf einem kleinen Tischchen, oft mit einem Notizblock und einem Stift daneben. Zum Wählen steckte man den Finger in die richtige Zahl und drehte die Scheibe. Bei langen Nummern dauerte das eine halbe Ewigkeit. Das Klingeln war laut und durchdringend und wenn das Telefon läutete, war das ein Ereignis. Wer ruft an? Wer will was? Telefonieren war teuer, Ferngespräche wurden abgezählt und viele Familien hatten feste Telefonzeiten. Heute sind Wählscheibentelefone Kultobjekte, aber damals waren sie Alltag und ein Stück Technik, das Geduld lehrte. Das charakteristische Klickgeräusch beim Zurückdrehen der Scheibe war so vertraut wie das Ticken der Uhr im Hintergrund.
Badezimmer mit Fliesen in braun und orange Wer in den 70ern ein neues Bad bekam, entschied sich fast immer für Fliesen in braun, Orange oder Olivegrün. Die Wände waren oft bis zur Decke gefliest, dazu gab es farblich passende Badewannen, Waschbecken und Toiletten. Die Muster reichten von schlichten Quadraten bis zu wilden Blumenornamenten. Das Badezimmer war ein Ort der Farbenfreude und manchmal auch des Geschmacksverirrung. Viele erinnern sich noch an das Gefühl, barfuß über die kühlen Fliesen zu laufen oder in der orangefarbenen Badewanne zu planschen. Heute sind solche Bäder selten geworden, aber damals waren sie der letzte Schrei und ein Zeichen für Modernität und Wohlstand. Sogar die Handtücher und Teppiche wurden farblich darauf abgestimmt, alles sollte harmonisch wirken.
Küchenuhr mit Pendel In fast jeder Küche hing eine große, oft quietschbunte Wanduhr mit Pendel. Die Uhren waren meist aus Kunststoff in orange, gelb oder braun und das Ticken war im ganzen Haus zu hören. Das Pendel schwang gleichmäßig hin und her und jede volle Stunde wurde mit einem lauten Klingeln angekündigt. Die Küchenuhr war nicht nur praktisch, sondern auch ein Stück Dekoration. Heute sind solche Uhren selten geworden. Digitale Anzeigen und Handys haben sie abgelöst. Aber das gleichmäßige Ticken und das laute Läuten sind für viele ein Stück Kindheitserinnerung. Oft hing die Uhr über dem Herd und war stiller Zeuge unzähliger Frühstücks- und Kaffeestunden.
Stehlampe mit Quasten Die Stehlampe mit Quasten war ein echter Klassiker. Der Lampenschirm war aus Stoff, oft mit Fransen oder Quasten verziert und das Licht war warm und gemütlich. Die Lampe stand neben dem Sofa oder dem Lesesessel und sorgte für stimmungsvolles Licht am Abend. Viele Lampen hatten einen Zugschalter mit einer kleinen Kugel am Ende. Heute sind solche Lampen fast verschwunden, aber damals waren sie ein Stück Gemütlichkeit und Stil. Die weichen Schatten der Fransen ließen den Raum abends ruhiger wirken und machten jede Leseecke zur kleinen Bühne.
Küchenwaage mit Zeiger In jeder Küche stand eine mechanische Küchenwaage mit großem Zeiger und abnehmbarer Schale. Die Waage war meist aus Metall oder Kunststoff in knalligen Farben wie orange oder gelb. Das Abwiegen von Mehl, Zucker oder Butter war ein kleines Ritual und das Surren des Zeigers gehörte zum Backen einfach dazu. Heute sind digitale Waagen Standard, aber die alte Küchenwaage mit Zeiger ist für viele ein Stück Nostalgie. Man stellte sie vor dem Backen mit dem Drehrad auf null und feinfühlige Hände trafen das Gramm genau.

Bügelbrett mit buntem Bezug Das Bügelbrett stand oft im Schlafzimmer oder in der Küche und der Bezug war meist bunt gemustert. Blumen, Karos oder Streifen. Das Bügeln war eine tägliche Aufgabe und viele Hausfrauen hatten ihre eigene Technik. Das Brett war klappbar und wurde nach dem Bügeln hinter die Tür gestellt. Heute ist Bügeln weniger wichtig geworden, aber das Bild vom bunten Bügelbrett gehört für viele zur Erinnerung an die 70er. Beim Ausklappen quietschte es oft leise und der Duft von heißem Dampf mischte sich mit frisch gewaschener Wäsche.
Küchenradio Das Küchenradio war ständiger Begleiter beim Kochen, Putzen oder Frühstücken. Die Geräte waren klein, oft in orange, braun oder weiß und hatten große Drehknöpfe für Sender und Lautstärke. Das Radio lief den ganzen Tag: Nachrichten, Musik, Hörspiele. Viele Geräte hatten eine ausziehbare Antenne und einen Tragegriff. Heute läuft Musik meist über das Handy, aber das Küchenradio war damals ein Stück Alltag und Gesellschaft. Zwischen den Sendern knackte es und die Wetterkarte um 8 Uhr war der inoffizielle Startschuss für den Tag.
Küchenregal mit Gewürzgläsern Über dem Herd oder der Arbeitsfläche hing ein Regal mit kleinen Gläsern für Salz, Pfeffer, Paprika und andere Gewürze. Die Gläser waren oft beschriftet und mit bunten Deckeln versehen. Das Regal war nicht nur praktisch, sondern auch ein Stück Dekoration. Heute sind solche Regale selten geworden, aber damals waren sie ein Zeichen für Ordnung und Kochleidenschaft. Die Mischung aus Paprikaduft und frisch gemahlenem Pfeffer kündigte das Sonntagsessen oft schon früh an. Viele Familien stellten die Gläser nach Häufigkeit der Nutzung auf, sodass Paprika edelsüß, Muskat und Maggi-Würze immer griffbereit standen, während Anis oder Koriander weiter oben Platz fanden. Nicht selten waren die Deckel farbcodiert – rot für scharfes, gelb für mildes, grün für Kräuter –, wodurch das Kochen fast blind funktionierte und Kinder früh lernten, Gewürze zu unterscheiden. In manchen Haushalten gehörte ein kleines Mörserset dazu, sodass Pfefferkörner oder Kreuzkümmel frisch zerstoßen wurden, was den typischen Duft einer Sonntagsküche verstärkte. Die Etiketten wurden mit Füller beschriftet oder aus Zeitschriften ausgeschnitten, was dem Regal eine charmante, handgemachte Note verlieh. Beim Frühjahrsputz wurde das gesamte Regal abgenommen, abgewaschen und neu sortiert. Ein kleines Ritual, das Platz für neue Lieblingsgewürze schuf.
Wandtelefon mit Spiralkabel Neben dem Wählscheibentelefon gab es auch Wandtelefone mit langem Spiralkabel. Das Telefon hing meist im Flur und das Kabel reichte bis ins Wohnzimmer oder die Küche. Telefonieren war ein Gemeinschaftserlebnis. Alle hörten mit und Privatsphäre gab es kaum. Heute sind Wandtelefone fast ausgestorben, aber das Bild vom langen verdrehten Kabel ist für viele unvergessen. Das Kabel verdrehte sich wie von selbst und zwischendurch musste man es geduldig entknoten. Oft lag neben dem Telefon ein Adressbuch mit eingeklebten Nummernzetteln und ein Bleistift baumelte an einer Schnur, bereit für Notizen und Rückrufzeiten. An der Wand klebten kleine Spickzettel mit Vorwahltabellen und den günstigeren Uhrzeiten für Ferngespräche, damit das Gespräch nicht zu teuer wurde. Wer etwas mehr Privatsphäre wollte, zog sich mit dem Hörer in die Küche oder hinter die halbgeschlossene Tür zurück, während das Kabel wie eine Leine hinterherzog. Das metallische Klingeln der Glocke kündigte Anrufe unüberhörbar an und ließ alle kurz innehalten. Eine Geräuschkulisse, die aus dem Familienalltag nicht wegzudenken war. Nach längeren Gesprächen war das Spiralkabel ausgeleiert und sprang nicht mehr sauber zurück. Ein kleiner Makel, der seine treue Nutzung verriet.
Küchenstühle mit Kunstlederbezug Die Küchenstühle waren meist aus Holz oder Metall mit Sitzflächen aus buntem Kunstleder. Die Farben reichten von orange über Grün bis zu knalligem Rot. Die Stühle waren robust, pflegeleicht und passten perfekt zum Küchentisch mit Resopalplatte. Heute sind solche Stühle selten geworden, aber damals waren sie ein Stück Alltagsdesign. Im Sommer klebten kurze Hosen gerne daran fest, was zu viel Gelächter beim Aufstehen führte. Das Abwischen nach dem Abendbrot war in Sekunden erledigt und genau deshalb hielten die Stühle dem Alltag mit Kindern und Gästen mühelos stand. Kleine Kratzer verwandelten sich mit der Zeit in eine feine Patina, die den Stühlen einen ehrlichen, gelebten Look gab. Manche Bezüge hatten Zierstepnähte oder eingeprägte Muster, die das Licht aufnahmen und so den Raum noch lebendiger wirken ließen. Das leise Scharren der Stuhlbeine auf Linoleum gehörte zum Geräuschteppich der Küche zwischen Topfklappern und Radiomusik. Wenn ein Bezug riss, wurde er nicht selten in Eigenarbeit neu bezogen und der Stuhl bekam im Handumdrehen eine zweite Karriere in neuer Farbe.
Resopal Küchentisch Der Küchentisch war oft aus Resopal, einer Art Kunststoffbeschichtung, die besonders widerstandsfähig war. Die Tische waren bunt, mit Mustern oder einfarbig und hatten meist Metallbeine. Resopal war pflegeleicht, kratzfest und modern. Heute sind solche Tische Kultobjekte, aber damals waren sie Standard in jeder Küche. Hier wurde geschnibbelt, geknetet und Hausaufgaben gemacht. Alles auf derselben glatten Fläche. Die typischen Kantenprofile in Aluminium oder Chrom fassten die Platte ein und verliehen ihr einen Hauch von futuristischem Glanz. Kaffeeränder und Filzstiftstriche ließen sich mit einem feuchten Lappen entfernen, was den Tisch zum unverwüstlichen Alltagshelden machte. Viele Platten zeigten grafische Minimuster, feine Punkte, Boomerangformen oder Schachbrettoptik, die selbst im Dämmerlicht charakterstark wirkten. Beim Teig kneten haftete nichts an und das unterschätzte Summen der Radiomelodie vibrierte entlang der kühlen Oberfläche. Wenn Besuch kam, reichte ein gestecktes Zusatzbrett, um den Tisch zu verlängern und plötzlich fanden alle Platz für Kuchen und Konversation.
Bunte Gardinen Die Fenster waren mit bunten Gardinen geschmückt. Blumenmuster, Streifen oder geometrische Formen. Die Gardinen waren oft aus Synthetik, leicht zu waschen und schnell trocknend. Sie brachten Farbe ins Haus und sorgten für Privatsphäre. Heute sind schlichte Vorhänge angesagt, aber die bunten Gardinen der 70er sind für viele ein Stück Kindheit. Im Gegenlicht leuchteten die Muster wie Glasmalerei und tauchten den Raum in farbige Schatten. Polyesterstoffe knitterten kaum, weshalb die Gardinen nach dem Waschen schnell wieder an der Stange hingen und sofort gut aussahen. Häufig wurden Gardinenstangen mit Holzknäufen oder Messingenden kombiniert, was dem Ensemble eine heimelige, fast festliche Note gab. Jahreszeitenwechsel bedeuteten oft auch Gardinenwechsel. Hell für den Frühling, erdig und warm für den Herbst, was die Stimmung im Raum spürbar veränderte. Beim Lüften bewegten sich die Stoffe wie Wellen und der Duft nach frischer Luft mischte sich mit einem Hauch Waschmittel. Im Abendlicht wirkten orange und Brauntöne besonders sanft, wodurch Wohnzimmer und Küche wie in einen nostalgischen Filter getaucht waren.
Wandregal für Schallplatten Im Wohnzimmer hing oft ein Wandregal, in dem die Schallplatten ordentlich aufgereiht standen. Die Cover waren nach Farben oder Künstlern sortiert und das Regal war ein echter Blickfang. Musik war ein wichtiger Teil des Lebens und das Regal zeigte, was man mochte. Heute sind solche Regale selten geworden, aber damals waren sie ein Zeichen für Musik, Liebe und Stil. Beim Herausziehen knackte die antistatische Hülle, während man schon den nächsten Song im Kopf mitsummte.
Küchenschürze mit Blumenmuster Die Küchenschürze war ein Muss für jede Hausfrau. Die Schürzen waren bunt, oft mit Blumen oder Karos bedruckt und wurden beim Kochen, Backen oder Putzen getragen. Sie schützten die Kleidung und waren ein Stück Mode im Alltag. Heute sind Schürzen selten geworden, aber damals waren sie ein Zeichen für Fleiß und Hausfrauenstolz. Viele Schürzen hatten eine kleine Tasche, aus der immer ein Taschentuch oder ein Löffelstiel lugte.
Bügelperlenbilder Kinder bastelten stundenlang mit Bügelperlen. Kleine bunte Kunststoffperlen, die auf eine Steckplatte gesteckt und dann mit dem Bügeleisen verschmolzen wurden. Die fertigen Bilder hingen an der Wand oder wurden verschenkt. Bügelperlen waren ein beliebtes Hobby und förderten die Kreativität. Heute gibt es sie noch, aber der Hype ist vorbei. Der Moment, wenn das Backpapier abgezogen wurde, war jedes Mal ein kleines Wunder mit Kunststoffduft.
Küchenhandtuch mit Aufhänger Jedes Küchenhandtuch hatte einen Aufhänger, meist aus Stoff oder Plastik, oft in bunten Farben. Die Handtücher hingen an Haken neben der Spüle und waren immer griffbereit. Sie waren nicht nur praktisch, sondern auch ein Stück Dekoration. Heute sind solche Handtücher selten geworden, aber damals waren sie ein Zeichen für Ordnung und Sauberkeit. Der kleine Aufhänger riss irgendwann aus und dann wurde er mit ein paar Stichen wieder angenäht.
Wandkalender mit Landschaftsmotiven In fast jedem Haus hing ein großer Wandkalender mit Fotos von Bergen, Seen oder Blumenwiesen. Die Kalenderblätter wurden am Monatsanfang abgerissen und oft wurden wichtige Termine eingetragen. Der Kalender war nicht nur praktisch, sondern auch ein Stück Dekoration. Heute sind digitale Kalender Standard, aber der Wandkalender mit schönen Motiven ist für viele ein Stück Nostalgie. Der neue Monat roch nach Druckfarbe und die nächste Geburtstagsfeier blinkte in großer Schrift entgegen. Oft lagen kleine Reißnägel oder Büroklammern auf dem Sims, um Eintrittskarten, Arzttermine oder Kassenzettel direkt am aktuellen Blatt zu befestigen. Beliebt waren Motivserien wie Alpenpanoramen, Nordseedünen oder Schwarzwaldhöfe, die das Fernweh nährten und den Jahreslauf visuell begleiteten. Viele Familien markierten Schulferien, Vereinsfeste und Urlaube mit farbigen Kreisen, sodass der Kalender zum stillen Projektplaner des Hauses wurde. Zum Jahreswechsel bekam man Kalender als Werbegeschenk von der Bank, dem Autohaus oder der Bäckerei, was jedes Mal eine kleine Auswahlzeremonie auslöste. Das Umblättern am Ersten war ein festes Ritual. Ein kurzer Blick zurück auf das volle Blatt, dann der Kniff am Rand, ein Riss und schon begann ein neuer Abschnitt im vertrauten Takt der Monate.
Bunte Plastikschüsseln In jedem Haushalt gab es bunte Plastikschüsseln in allen Größen. Sie wurden für Salate, Teig oder als Obstschale verwendet. Die Farben reichten von orange über Grün bis zu knalligem Blau. Die Schüsseln waren robust, leicht und stapelbar. Heute sind sie selten geworden, aber damals waren sie ein Stück Alltag und ein Symbol für die neue Kunststoff-Ära. Beim Familienfest kamen sie alle zugleich auf den Tisch, jede mit einer anderen Spezialität gefüllt. Viele hatten passende, leicht schnappende Deckel, womit Reste schnell im Kühlschrank verschwanden und am nächsten Tag noch einmal Freude machten. Auf der Arbeitsplatte rutschten sie nicht weg und kleine Messrillen innen halfen beim Abschätzen von Füllmengen. Mit der Zeit bekamen sie feine Kratzer vom Rühren, was ihnen den ehrlichen Charme oft benutzter Werkzeuge verlieh. Kinder nutzten die kleineren Schüsseln zum Backen und imitierten Kochen, während die großen Modelle bei Gurkensalat und Kartoffelteig im Dauereinsatz waren. Wenn ein Deckel fehlte, tat es ein Teller als provisorische Abdeckung. Improvisation war Teil der Küchenkunst und machte die Schüsseln noch vielseitiger.
Küchenrollenhalter aus Holz Der Küchenrollenhalter war meist aus Holz, oft selbst gebastelt oder bemalt. Er stand auf der Arbeitsfläche oder hing an der Wand und hielt die Küchenrolle immer griffbereit. Heute sind solche Halter selten geworden, aber damals waren sie ein Zeichen für Ordnung und Handwerkskunst. Die Rolle drehte sich mit einem trockenen Rascheln und ein Gummiband hielt das Papier im Zaum, wenn es zog. Viele Halter hatten eine gedrechselte Mittelstange und eine kleine Holzscheibe als Abschluss, die den letzten Bogen zuverlässig festhielt. Farbige Lasuren oder Blumenmotive passten den Halter an Küchenfronten und Gardinen an. Ein kleines DIY, das Wärme und Persönlichkeit ausstrahlte. Beim Großputz wanderte der Halter kurzerhand auf den Tisch und diente als zentrale Servicestation für nasse Hände und klebrige Finger. Schraubt man die Bodenplatte ab, merkt man, wie simpel und langlebig die Konstruktion ist. Ein Stück ehrlicher Alltagsmechanik. Auch wenn heute Edelstahl und Magnetleisten dominieren, erinnert der hölzerne Halter an eine Zeit, in der praktische Dinge zugleich wohnlich und handgemacht sein durften. M.