Die Frau, die Robert Redfords Leben veränderte

Der Rückzug des legendären Schauspielers und Regisseurs Robert Redford aus dem Rampenlicht war nicht nur ein Abschied von Hollywood, sondern auch der Beginn eines neuen Kapitels, geprägt von seiner Partnerschaft mit der deutschen Malerin Sibylle Szaggars. Gemeinsam fanden die beiden eine künstlerische und persönliche Symbiose, die Redfords letzte Jahre entscheidend geprägt hat.
Ein Leben zwischen Hollywood und Europa
Während viele Hollywoodstars wie George Clooney, Tom Cruise oder Johnny Depp längst Europa zu ihrem Rückzugsort gewählt hatten, folgte Robert Redford im hohen Alter diesem Beispiel. 2018, im Alter von 82 Jahren, erklärte er, dass er sich nach seiner offiziellen Pensionierung aus dem Filmgeschäft für längere Zeiträume nach Europa zurückziehen wolle – möglicherweise sogar nach Spanien.
Seine Zuneigung zu diesem Land war kein Geheimnis. Schon als junger Mann hatte Redford in Granada und Mijas (Málaga) gelebt, dort seine Leidenschaft für die Malerei entdeckt und neue Perspektiven auf sein eigenes Land entwickelt. „Ich liebe Spanien. Dort war ich, als ich nicht wusste, was ich mit meinem Leben anfangen sollte – und dort fand ich einen anderen Blick auf mein eigenes Land“, erklärte er einmal.
Diese emotionale Bindung an Spanien führte dazu, dass er immer wieder überlegte, gemeinsam mit seiner Frau Sibylle eine Residenz dort zu kaufen, um den größten Teil des Jahres zwischen Europa und den USA zu pendeln.
Der kreative Bund mit Sibylle SzaggarsSibylle Szaggars, geboren 1957 in Hamburg, ist eine international anerkannte Malerin, die sich vor allem für die Verbindung zwischen Kunst und Natur einsetzt. Seit Jahrzehnten schafft sie abstrakte Werke, die ökologische Themen und die Beziehung des Menschen zur Umwelt aufgreifen.
Seit 2010 arbeitet sie zusammen mit Robert Redford an dem außergewöhnlichen Kunstprojekt „Rainfall“. Dabei behandelt Redford Papiere und legt sie anschließend in den Regen des Wüstenklimas von New Mexico, wo sich die Werke durch natürliche Einflüsse verwandeln. Das Ergebnis ist eine künstlerische Fusion aus Malerei, Natur und Zufall – eine Form der Kunst, die Redfords Leidenschaft für Kreativität jenseits der Filmwelt verdeutlichte.
Über seine Frau sagte Redford: „Sibylle hat mir ein völlig neues Leben geschenkt. Sie hat eine unglaubliche Vitalität. Als Europäerin hat sie mir geholfen, eine andere Perspektive einzunehmen.“
Das Paar lernte sich in den späten 1990er-Jahren beim Sundance Film Festival kennen – jener Veranstaltung, die Redford selbst ins Leben gerufen hatte. 2009 heirateten die beiden und machten ihre Beziehung auch offiziell.
Redfords Blick auf das Alter und den Ruhestand
Robert Redford hatte schon immer Schwierigkeiten mit Stillstand. „Ich bin ein ungeduldiger Mensch. Ich finde es schwer, einfach zu sitzen und zu warten, bis die nächste Szene gedreht wird. In diesem Abschnitt meines Lebens möchte ich nur noch Dinge tun, die mich wirklich erfüllen“, erklärte er 2018.
Diese Haltung war auch der Grund, warum er seine Karriere beendete, obwohl er als Schauspieler noch immer gefragt war. Sein letzter großer Film „Our Souls at Night“, in dem er wieder mit Jane Fonda vor der Kamera stand, wurde zu einem melancholischen Abschied von seiner Leinwandkarriere.
Gleichzeitig entdeckte er alte Leidenschaften neu: die Malerei, das Reiten, das Lesen. Er sagte einmal: „Es gibt Dinge, die man mit zunehmendem Alter einfach nicht mehr tun kann. Man kann nicht mehr so hoch springen oder so schnell laufen. Man muss sich der Realität stellen.“
Ein Leben voller Widersprüche
Redford galt immer als Symbol für Eleganz, Intelligenz und den „amerikanischen Traum“. Doch in Interviews sprach er auch über die Schattenseiten dieses Ideals.
„In Amerika bewundern wir den Ehrgeiz so sehr, dass er schnell zur Obsession wird. Erfolg und Geld stehen im Vordergrund – und wir vergessen Werte wie Familie und Mitgefühl“, reflektierte er kritisch.
Seine eigene Biografie war geprägt von Höhen und Tiefen. Er wurde einst von der Universität verwiesen – wegen übermäßigen Alkoholkonsums. „Das war eine von vielen Dummheiten, die ich gemacht habe“, gestand er. Doch er betonte stets, dass er nie zurückblicke: „Vergangenheit ist Vergangenheit. Ich schaue nie zurück. Ich möchte nicht nur Geschichte sein.“

Kein Interesse an einer Autobiografie
Trotz seines bewegten Lebens lehnte Redford es ab, eine Autobiografie zu schreiben. „Es interessiert mich nicht. Andere haben über mich geschrieben, ohne mir die Chance zu geben, meine Version zu erzählen. Vielleicht veröffentliche ich eines Tages ein Buch mit meinen Karikaturen und Zeichnungen – aber keine klassische Autobiografie“, sagte er.
Damit unterstrich er, dass für ihn die Kunst und das Erleben des Moments stets wichtiger waren als die Rückschau.
Ein erfüllter letzter Lebensabschnitt
Am Ende seines Lebens hatte Redford die Ruhe gefunden, die er sich lange gewünscht hatte. „Früher war da eine Spannung in mir, die mir nicht erlaubte, den Moment zu genießen. Heute ist es anders. Ich genieße jede kleine Freude – vom Schauspiel bis zu einem guten Essen, vom Skifahren nach einem Schneesturm bis zu den Sonnenuntergängen in Sundance.“
An der Seite von Sibylle Szaggars erlebte er ein Kapitel voller Harmonie, Kreativität und Liebe. Gemeinsam verband sie die Leidenschaft für Kunst, Natur und ein Leben jenseits des grellen Hollywood-Lichts.
Für viele bleibt Robert Redford nicht nur der attraktivste Schauspieler seiner Generation, sondern auch ein Künstler, der es verstand, seine Talente vielseitig einzusetzen. Für ihn selbst war das Wichtigste jedoch, er selbst zu bleiben – neugierig, kreativ und voller Sehnsucht nach Freiheit.
Fazit
Robert Redford verkörperte wie kaum ein anderer den Glanz und die Komplexität Hollywoods. Doch sein wahres Glück fand er im Zusammenspiel mit seiner Frau Sibylle Szaggars – einer Frau, die sein Leben veränderte und ihm im Alter eine neue Perspektive schenkte.
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