Die 77. Emmy-Verleihung 2025 in Los Angeles bot erneut spektakuläre Überraschungen, Rekorde und historische Momente, die die internationale Fernsehlandschaft in Aufruhr versetzten. Im Mittelpunkt des Abends stand der britische Schauspieler Owen Cooper, der mit 15 Jahren zum jüngsten männlichen Emmy-Gewinner der Geschichte gekürt wurde. Er erhielt die Auszeichnung für seine Nebenrolle in der hochgelobten Netflix-Serie „Adolescence“, die das Schicksal eines 13-Jährigen in Großbritannien erzählt, der des Mordes beschuldigt wird.
„Vor drei Jahren war ich ein Nichts, und jetzt bin ich hier“, erklärte der junge Schauspieler bei der Gala im Peacock Theater in Los Angeles. Seine emotionale Dankesrede rührte viele Zuschauer zu Tränen und verdeutlichte die außergewöhnliche Leistung des Teenagers, der sich in der hart umkämpften Kategorie gegen zahlreiche etablierte Schauspieler durchsetzte. Coopers Serienvater, der renommierte Schauspieler Stephen Graham, gewann zudem den Emmy als bester Hauptdarsteller einer Miniserie – ein doppelter Triumph für „Adolescence“.
Die Serie selbst wurde nicht nur für Schauspielkunst prämiert, sondern auch in den Kategorien Regie und Drehbuch ausgezeichnet. Die Anerkennung unterstreicht die Qualität und den internationalen Erfolg der Serie, die schon im Vorfeld der Emmy-Verleihung als Favoritin galt. Kritiker lobten insbesondere die dichte Inszenierung und die intensive Charakterzeichnung, die das Publikum in Atem hielt.
Parallel dazu setzte die Comedyserie „The Studio“ neue Maßstäbe: Mit insgesamt 13 Emmy-Auszeichnungen ist sie nun die erfolgreichste Comedyserie aller Zeiten in einer Saison. Bereits bei den Creative Arts Emmy Awards am Wochenende zuvor hatte die Serie neun Preise gewonnen, was den anhaltenden Siegeszug unterstrich. Mit diesem Rekord übertrifft „The Studio“ die frühere Erfolgsserie „The Bear“, die im Vorjahr mit zehn Emmys glänzte. Die Serie besticht durch clevere Drehbücher, brillanten Humor und ein Ensemble, das die Zuschauer weltweit begeistert.
Auch etablierte Veteranen feierten beachtliche Erfolge. Schauspielerin Jean Smart erhielt zum vierten Mal den Emmy als beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie für ihre Rolle in „Hacks“. Mit 73 Jahren erneuerte sie damit ihren Rekord als älteste Frau, die jemals in dieser Kategorie ausgezeichnet wurde. Ihr Sieg demonstriert, dass Erfahrung und Können nach wie vor große Anerkennung finden – unabhängig vom Alter.
Die Krankenhausserie „The Pitt“ triumphierte als bestes Drama des Jahres. Die in Echtzeit erzählte Serie spielt in der Notaufnahme eines fiktiven Hospitals in Pittsburgh und überzeugte mit humanistischer Handlung und einfühlsamen Charakteren. Noah Wyle, der für seine Rolle als Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde, hatte zuvor 25 Jahre vergeblich auf diesen Moment gewartet, nachdem er fünfmal für seine Arbeit in „Emergency Room“ nominiert worden war. Seine Dankesrede war von Emotionen und Stolz geprägt, ein verdienter Höhepunkt des Abends. Katherine LaNasa erhielt den Emmy als beste Nebendarstellerin in einer Dramaserie für ihre Rolle in derselben Serie.
Ein weiterer Höhepunkt war die Auszeichnung der Late Show With Stephen Colbert als beste Talkshow – eine überraschende Ehrung, da CBS angekündigt hatte, die Show aus finanziellen Gründen einzustellen. Die Auszeichnung wird von vielen als symbolischer Sieg gegen die wachsende Kritik an politisch einseitiger Berichterstattung gewertet, da Colbert regelmäßig US-Präsident Donald Trump kritisierte.
Darüber hinaus erhielten Britt Lower und Tramell Tillman Auszeichnungen für ihre Leistungen in der Serie „Severance“, als beste Schauspielerin und bester Nebendarsteller in einer Dramaserie. Auch diese Serie zeigte, wie innovatives Storytelling und herausragende Schauspielkunst von der Akademie gewürdigt werden.
Die diesjährigen Emmy Awards bestätigten erneut den internationalen Einfluss von Streaming-Plattformen. Serien wie „Adolescence“ und „The Studio“ demonstrieren, dass Netflix und andere Plattformen die traditionellen Networks herausfordern und oft die kreativsten, riskantesten Projekte hervorbringen. Die hohe Anzahl an Auszeichnungen für Streaming-Produktionen unterstreicht diesen Trend eindrucksvoll.
Für Owen Cooper markiert der Emmy nicht nur einen persönlichen Höhepunkt, sondern auch einen Meilenstein für junge Schauspieler weltweit. Sein Erfolg zeigt, dass Talent, harte Arbeit und überzeugende Darstellungen unabhängig vom Alter gewürdigt werden. Zugleich liefert die Auszeichnung ein Signal an die Industrie, dass junge Darsteller zunehmend ernsthaft für Haupt- und Nebenrollen in qualitativ hochwertigen Produktionen berücksichtigt werden.
Die Emmy-Verleihung 2025 war also nicht nur ein Fest der Unterhaltung, sondern ein Spiegelbild der aktuellen Entwicklungen in der TV- und Streamingwelt: Historische Triumphe, Rekorde, überraschende Gewinner und ein Mix aus aufstrebenden Talenten und erfahrenen Veteranen. Die Kombination aus jungen Stars wie Owen Cooper, bewährten Größen wie Jean Smart und innovativen Serien wie „The Studio“ zeigt, wie vielfältig und dynamisch das Fernsehen heutzutage ist.
Abschließend lässt sich sagen: Die Emmy Awards 2025 haben Geschichte geschrieben. Owen Cooper als jüngster männlicher Gewinner, „The Studio“ als erfolgreichste Comedyserie aller Zeiten, Triumphe für Jean Smart, Noah Wyle und Stephen Graham – all diese Momente verdeutlichen, wie sehr Fernsehkunst, Schauspielkunst und Kreativität weltweit geschätzt werden. Die Gala in Los Angeles setzte Maßstäbe, die die Fernsehlandschaft noch lange prägen werden.